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  1. Hey Alexa, bring den Alltag auf Hochtouren!

Hey Alexa, bring den Alltag auf Hochtouren!

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Inklusion
Teilhabe

71 Teilnehmende, 13 Geräte, 5 Standorte und jeden Tag neue Ideen, wie Alexa den Alltag erleichtert. Was vor Kurzem noch wie Zukunftstechnologie klang, ist heute Realität in den Wohnhäusern, Werkstätten und Seniorengruppen des CJD.

„Alexa, spiel meine Lieblingsmusik!“ und schon füllt Schlager den Raum. Die Workshopteilnehmer der Tagesstruktur klatschen im Takt, lachen und rufen: „Alexa, erzähl mir einen Witz!“ Die kleinen Sprachbefehle bringen Unterhaltung, Spaß und manchmal auch ein bisschen Chaos, aber immer mitten in den Alltag.

Digitale Helfer im Alltag

In den CJD-Wohnangeboten wird Alexa vor allem als Multimedia-System genutzt: Musik hören, Spiele ausprobieren oder gemeinsam neue Funktionen entdecken. In den Werkstätten hingegen steht eher die Tagesorganisation im Vordergrund: Termine, Aktivitäten oder Speisepläne lassen sich einfach per Sprachbefehl abrufen. Auch als Arbeitsassistent wird Alexa getestet. So können Arbeitsanweisungen für die Werkstatt oder für die Hausarbeiten in den Wohnhäusern in einfacher Sprache mit Bildern erstellt werden. Diese Anweisungen können dann direkt über die Geräte abgerufen werden.

„Alexa, was gibt es heute zu essen?“, fragt Matthias, 38. Der aktuelle Speiseplan wird direkt vorgelesen. Für viele ist das ein kleiner, aber spürbarer Gewinn im Alltag.

Wachstum und Vernetzung

Seit dem Start hat sich das Projekt kontinuierlich weiterentwickelt. Mittlerweile ist es an fünf Standorten vertreten: Erfurt, Salzwedel, Schönebeck, Gera und Haßloch. Während Schönebeck aufgrund personeller Engpässe erst im April 2026 startet, sind Gera und Haßloch neu hinzugekommen.

Aktuell sind 13 Geräte im Einsatz, zwei weitere werden bald installiert. Bereits 71 Teilnehmende nutzen Alexa aktiv und lernen nach und nach, wie sie die Sprachassistenten für ihren Alltag einsetzen können.

Begleitung und Schulungen

Damit Mitarbeitende und Teilnehmende Alexa sicher und sinnvoll nutzen, setzt das Projekt auf intensive Begleitung. Bisher wurden 13 Workshops für Teilnehmende und 12 Schulungen für Mitarbeitende durchgeführt. So erwerben die Teams das nötige Wissen, um die Geräte sicher und sinnvoll in den Alltag zu integrieren.

„Aktuell befindet sich das Projekt in der heißen Phase der Veralltagung. Betreuerinnen und Betreuer lernen Schritt für Schritt, die Geräte über das Webportal einzustellen – unterstützt von FSJlern und Studierenden. Parallel wird das Portal so optimiert, dass es möglichst einfach zu bedienen ist. Erste Rückmeldungen aus der Praxis fließen direkt in die Weiterentwicklung ein und besonders technisch versierte Klientinnen und Klienten können sogar beim Eintragen von Daten unterstützen“, erklärt Projektkoordinator David Scholtz.

Neue Funktionen und Evaluation

Parallel zur praktischen Nutzung wird das Projekt technisch weiterentwickelt. Gemeinsam mit dem Projektpartner DiscVision entstehen zusätzliche Angebote, zum Beispiel Hausdienste und Fahrdienste mit angepassten Fahrzeiten.

Dabei arbeiten die Teams eng mit dem KI-Stab und der Datenschutzabteilung des CJD zusammen, um den verantwortungsvollen Einsatz der Technologie sicherzustellen.

Zusätzlich ist eine Evaluation geplant: Teilnehmende und CJD-Mitarbeitende werden befragt und die Nutzungsdaten der Geräte werden ausgewertet. So lässt sich herausfinden, welche Funktionen den Alltag wirklich erleichtern und welche Potenziale noch ungenutzt sind.

Ausblick

Nach den ersten Monaten ist klar: Das Projekt wird sehr gut angenommen. Die größte Herausforderung bleibt, Workshops und Schulungen so zu planen, dass sie den normalen Alltag möglichst wenig stören, aber trotzdem genügend Raum zum Lernen und Ausprobieren bieten.

Langfristig soll die digitale Assistenz ein fester Bestandteil des Alltags bleiben, auch über die Projektlaufzeit bis zum 31. März 2028 hinaus. Durch das Projekt „Alexa“ wird untersucht, wie solche Systeme sinnvoll genutzt werden können und welche Schritte erforderlich sind, um sie gemeinsam mit Partnern und Teilnehmenden zu entwickeln und einzusetzen. Derzeit entsteht eine Projektwebsite, auf der Interessierte Einblicke in das Projekt erhalten sollen.

Das Alexa-Projekt bringt Digitalisierung, Struktur und Gemeinschaft in den Alltag und mit jedem neuen Sprachbefehl wächst die Begeisterung ein Stück weiter.